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Schadete dem Ansehen der Partei: CSU zieht einzigen kompetenten Minister zurück

Berlin (dpo) - Schon lange gärte es seinetwegen in der Partei: Nachdem er mit fehlender Inkompetenz und Lobbyistenhörigkeit bei seinen CSU-Kollegen im Bundeskabinett immer wieder aneckte, hat Entwicklungshilfeminister Gerd Müller wohl auf internen Druck seinen Rückzug aus der Politik bekanntgegeben. Seine jahrelange Skandallosigkeit wurde ihm als parteischädigendes Verhalten ausgelegt.

"Der Rückzug war absolut überfällig", findet ein CSU-Vorstandsmitglied. "Im Gegensatz zu den anderen beiden CSU-Ministern Seehofer und Scheuer hat Müller nicht wirr herumgepoltert, keine hunderte Millionen Euro in gescheiterte Projekte versenkt, sich keine Gesetzestexte von Lobbyisten diktieren lassen oder ständig mit Rücktritt gedroht."

Stattdessen wurde Müller parteiübergreifend respektiert und gute Arbeit bescheinigt. Den meisten Bürgern düfte er aufgrund seines wenig kontroversen Verhaltens nicht einmal bekannt sein. Dies passe einfach nicht zum Ruf der CSU als rückständige Provinzpartei, die sich sonst wie die Axt im Walde verhält.

"Hier sind alle froh, dass er bald weg ist", erklärt ein weiterer Parteiinsider. "Wir haben ihn in der Vergangenheit immer wieder aufgefordert, endlich auch ein großes steuerfinanziertes Projekt komplett zu versemmeln oder sich zumindest mal eine eigene Korruptionsaffäre zu leisten. Aber alles war vergeblich. Gut, dass wir dem Schrecken jetzt ein Ende gesetzt haben."

Wer Müllers Nachfolge antreten wird, sollte der CSU auch nach 2021 das Entwicklungshilfeministerium zufallen, ist noch unklar. In München zeigte man sich aber optimistisch, einen ungeeigneten Kandidaten zu finden.

ssi, dan; Fotos: dpa

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